Bögen mit langem Auszug

Traditionelle Bögen für lange Auszüge: Worauf große Bogenschützen achten sollten
Große Bogenschützen kennen das Problem: Der Auszug ist lang, doch der passende Bogen ist schwer zu finden. Besonders beim traditionellen Langbogen stoßen Schützen mit einer Auszugslänge von mehr als 32 Zoll häufig an Grenzen. Woran liegt das? Welche Rolle spielen Bogenlänge, Wurfarmgeometrie und Stacking? Und sind Hybridbögen oder Recurves eine Alternative? Der renommierte Bogenbauer Achim Stegmeyer hat sich über Jahrzehnte mit diesen Fragen beschäftigt und gibt Einblicke in die besonderen Herausforderungen beim Bogenbau für lange Auszüge.

Nicht die Körpergröße entscheidet, sondern der Auszug
Wer größer als 1,85 Meter ist, benötigt nicht automatisch einen besonders langen Bogen. Entscheidend ist vielmehr die tatsächliche Auszugslänge, die sich aus den individuellen Körperproportionen und der Schusstechnik ergibt. Ein zwei Meter großer Schütze muss deshalb nicht zwangsläufig einen Auszug von 34 Zoll haben. Dennoch zeigt die Praxis, dass besonders groß gewachsene Bogenschützen häufig einen längeren Auszug benötigen und damit bei der Auswahl eines traditionellen Bogens vor besonderen Herausforderungen stehen. Achim Stegmeyer, der über Jahrzehnte zu den bekanntesten traditionellen Langbogenbauern im deutschsprachigen Raum gehörte, empfiehlt bei Auszugslängen von mehr als 32 Zoll einen Langbogen mit über 70 Zoll Länge. Allerdings ist die reine Bogenlänge nur ein Teil der Lösung, denn letztlich muss die gesamte Konstruktion auf den jeweiligen Auszug abgestimmt sein.
Genau hier beginnt für viele Bogenschützen die Schwierigkeit. Während handelsübliche Langbögen in zahlreichen Ausführungen erhältlich sind, gehören Modelle mit mehr als 70 oder gar 72 Zoll Länge eher zu den Ausnahmen. Das hat nicht nur mit der geringen Nachfrage zu tun, sondern auch mit den technischen Voraussetzungen bei der Herstellung. Glaslaminate, die bei modernen traditionellen Bögen zum Einsatz kommen, sind als vorgefertigte Streifen häufig nur bis zu einer Länge von 73 Zoll erhältlich. Zwar gibt es auch Glasmaterial auf Rollen, das sich individuell zuschneiden lässt, doch benötigt der Bogenbauer zusätzlich eine entsprechend lange Bauform. Darüber hinaus müssen die Proportionen des gesamten Bogens stimmen, damit er auch bei einem außergewöhnlich langen Auszug angenehm und leistungsfähig bleibt.

Ab 32 Zoll wird die Bogensuche schwierig
Während Schützen mit durchschnittlichen Auszugslängen aus einem breiten Angebot wählen können, wird die Auswahl ab etwa 32 bis 33 Zoll deutlich kleiner. Nach Stegmeyers Erfahrung gibt es nur wenige Hersteller, die Bögen für solche Auszugslängen anbieten. Das liegt vor allem daran, dass jeder Bogen konstruktionsbedingt einen bestimmten Bereich besitzt, in dem sich seine Wurfarme günstig biegen und Energie speichern können. Wird dieser Bereich überschritten, verändert sich das Auszugsverhalten zunehmend. Die Wurfarme lassen sich nicht mehr im gleichen Verhältnis weiter biegen, während die Zugkraft immer stärker ansteigt. Dieses Phänomen wird als Stacking bezeichnet und ist gerade bei langen Auszügen ein entscheidender Faktor.

Für den Schützen macht sich Stacking dadurch bemerkbar, dass der Bogen auf den letzten Zoll des Auszugs plötzlich deutlich härter wird. Das Zuggewicht steigt überproportional an, wodurch ein gleichmäßiger und kontrollierter Auszug erschwert wird. Gleichzeitig nimmt die Belastung des Materials zu, was insbesondere dann problematisch werden kann, wenn der Bogen regelmäßig über seine vorgesehene Auszugslänge hinaus beansprucht wird. Ein Bogen, der bei 28 oder 30 Zoll noch ein angenehmes Auszugsverhalten zeigt, muss deshalb bei 33 oder 34 Zoll keineswegs dieselben Eigenschaften besitzen. Gerade bei traditionellen Bögen ist es wichtig, nicht nur auf das angegebene Zuggewicht zu achten, sondern auch darauf, wie sich dieses über den gesamten Auszugsweg entwickelt.

Stacking und Sehnenwinkel als entscheidende Faktoren
Ob ein Bogen für einen besonders langen Auszug geeignet ist, lässt sich unter anderem anhand eines Auszugsdiagramms beurteilen. Dabei wird die Zugkraft in Abhängigkeit von der Auszugslänge dargestellt. Im Idealfall steigt die Kurve möglichst gleichmäßig an. Wird sie gegen Ende des Auszugs auffällig steil, deutet dies auf einsetzendes Stacking hin. Für Stegmeyer ist ein solches Diagramm ein wichtiges Hilfsmittel, um festzustellen, bis zu welcher Auszugslänge ein Bogen noch sinnvoll verwendet werden kann. Gerade bei Hybridbögen oder Recurves, die aufgrund ihrer Geometrie teilweise größere Auszugsreserven besitzen, kann diese Messung aufschlussreich sein. Allerdings ersetzt ein günstiger Kurvenverlauf nicht die Freigabe des Herstellers für die gewünschte Auszugslänge.

Neben dem Stacking spielt auch der Sehnenwinkel eine wichtige Rolle. Wird ein vergleichsweise kurzer Bogen sehr weit ausgezogen, entsteht an den Zugfingern ein zunehmend spitzer Winkel zwischen den beiden Sehnenabschnitten. Das kann unangenehm werden und die Schusstechnik beeinträchtigen, weil die Finger stärker zusammengedrückt werden. Bei extremen Auszugslängen kann außerdem der Sehnenverlauf im Bereich der Wurfarmenden ungünstig werden. Stegmeyer weist darauf hin, dass bei einem deutlich zu kurzen Bogen die Sehne im Extremfall beinahe von den Tips rutschen kann. Ein ausreichend langer und entsprechend konstruierter Bogen bietet deshalb nicht nur Vorteile beim Auszugsverhalten, sondern kann auch den Schusskomfort deutlich verbessern.

Langbogen, Hybrid oder Recurve – welcher Bogentyp eignet sich am besten?
Grundsätzlich lassen sich nach Stegmeyers Einschätzung sowohl Langbögen als auch Hybridbögen und Recurves für außergewöhnlich lange Auszüge konstruieren. Entscheidend ist nicht allein die Bauart, sondern das gesamte Konzept des Bogens. Ein Langbogen mit 74 Zoll oder mehr kann bei einem Auszug von 35 Zoll ebenso gut funktionieren wie ein kürzeres Modell bei einem durchschnittlichen Auszug. Voraussetzung ist allerdings, dass das Verhältnis zwischen Griffstück und Wurfarmen richtig gewählt wurde. Werden lediglich die Wurfarme verlängert, ohne die übrige Konstruktion anzupassen, führt das nicht zwangsläufig zum gewünschten Ergebnis. Ein langer Langbogen muss daher von Anfang an für seinen vorgesehenen Einsatzbereich entwickelt werden, damit er sowohl hinsichtlich des Auszugsverhaltens als auch der Leistungsfähigkeit überzeugt.

Bei Hybridbögen und Recurves ergeben sich durch die besondere Form der Wurfarme zusätzliche Möglichkeiten. Ihre Geometrie kann dafür sorgen, dass sich die Wurfarme auch bei einem längeren Auszug noch günstig verformen. Besonders Recurvebögen bieten hier unter Umständen mehr Spielraum als klassische Langbögen. Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Recurve automatisch für 34 oder 35 Zoll geeignet ist. Stegmeyer verweist in diesem Zusammenhang auf traditionelle Reiterbögen, die trotz ihrer vergleichsweise kurzen Bauweise teilweise sehr lange Auszüge ermöglichen. Auch lange Recurves aus dem olympischen Bogensport können eine interessante Alternative darstellen. Wer dagegen das Erscheinungsbild und das Schussgefühl eines Langbogens bevorzugt, könnte mit einem möglichst langen Hybridbogen eine passende Lösung finden. In jedem Fall sollte das tatsächliche Auszugsverhalten überprüft werden, denn auch bei diesen Bogentypen kann Stacking auftreten.

Warum längere Wurfarme allein keine Lösung sind
Eine naheliegende Überlegung besteht darin, einen Take-down-Bogen einfach mit längeren Wurfarmen auszustatten, um dadurch einen größeren Auszug zu ermöglichen. Nach Ansicht Stegmeyers ist dieser Ansatz jedoch nur bedingt erfolgversprechend. Jeder Bogenhersteller entwickelt seine Modelle nach einem bestimmten konstruktiven Konzept, bei dem Griffstück, Wurfarmlänge, Wurfarmmasse und Geometrie aufeinander abgestimmt sind. Wird nun eine dieser Komponenten wesentlich verändert, beeinflusst das zwangsläufig auch das Zusammenspiel der übrigen Teile. Längere Wurfarme besitzen beispielsweise häufig eine größere bewegte Masse, wodurch sich das Schussverhalten und die Effizienz des Bogens verändern können. Auch die Proportionen zwischen Griffstück und Wurfarmen verschieben sich, sodass der Bogen möglicherweise nicht mehr so arbeitet, wie ursprünglich vorgesehen.
Ob ein solcher Umbau tatsächlich funktioniert, müsste daher im Einzelfall erprobt werden. Stegmeyer sieht die bessere Lösung darin, einen besonders langen Bogen von Grund auf als eigenständiges Gesamtkonzept zu entwickeln. Dabei können sowohl die Länge des Mittelteils als auch die Dimensionierung und Form der Wurfarme gezielt auf den gewünschten Auszug abgestimmt werden. Natürlich sind auch bei solchen Konstruktionen Kompromisse notwendig, denn eine größere Bogenlänge und längere Wurfarme beeinflussen unter anderem die Masse, das Auszugsverhalten und die Handhabung. Entscheidend ist letztlich, dass diese Eigenschaften in einem ausgewogenen Verhältnis stehen und der Bogen für den jeweiligen Schützen angenehm zu schießen bleibt.

Können Carbon und moderne Materialien das Problem lösen?
Moderne Materialien wie Carbon und hochwertige Glaslaminate haben im traditionellen Bogenbau zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnet. Sie können die Leistungsfähigkeit der Wurfarme verbessern, deren Eigenschaften gezielt beeinflussen und dazu beitragen, dass Bögen bei vergleichbarer Konstruktion effizienter arbeiten. Dennoch sieht Stegmeyer im Einsatz zusätzlicher oder besonders moderner Materialien keine grundsätzliche Lösung für das Problem außergewöhnlich langer Auszüge. Hier geht es seiner Einschätzung nach weniger um die reine Leistungsfähigkeit als vielmehr um die physikalischen Zusammenhänge zwischen Bogenlänge, Wurfarmgeometrie und Auszugsweg. Ein ungünstig konstruierter Bogen wird nicht allein dadurch für einen langen Auszug geeignet, dass zusätzliche Carbonlagen oder andere Materialien verarbeitet werden.
Viel wichtiger ist deshalb das Design des Bogens. Erst wenn die Geometrie auf den gewünschten Auszugsbereich abgestimmt wurde, lässt sich durch die Auswahl geeigneter Materialien eine zusätzliche Leistungssteigerung erreichen. Ein langer Bogen mit einem durchdachten Gesamtkonzept kann somit durchaus dieselbe Effizienz und Schussleistung bieten wie ein kürzeres Modell, das für einen geringeren Auszug entwickelt wurde. Die bloße Verwendung moderner Werkstoffe kann jedoch keine grundlegenden konstruktiven Schwächen ausgleichen. Für Bogenschützen mit langen Auszügen ist daher die Frage nach der passenden Bauweise wesentlich wichtiger als die Frage, ob ein Bogen besonders viel Carbon oder Fiberglas enthält.

Selfbows als Alternative für außergewöhnlich lange Auszüge
Eine weitere Möglichkeit für Bogenschützen mit besonders langen Auszügen sind Selfbows, also Bögen, die im Wesentlichen aus einem einzigen Stück Holz gefertigt werden. Im Gegensatz zu glasbelegten Bögen ist ihre Länge nicht durch die Abmessungen vorgefertigter Glaslaminate begrenzt. Ein erfahrener Bogenbauer kann deshalb einen Selfbow entsprechend lang dimensionieren und gezielt auf die Auszugslänge des Schützen abstimmen. Gerade bei Auszügen von 34 oder 35 Zoll kann dies eine interessante Alternative sein, wenn sich kein geeigneter glasbelegter Langbogen finden lässt. Allerdings erfordert auch ein solcher Holzbogen eine sorgfältige Konstruktion, damit sich die Wurfarme über den gesamten Auszugsweg gleichmäßig und materialschonend biegen.

Stegmeyer weist allerdings darauf hin, dass Selfbows nicht immer jene Leistung und jenen Komfort bieten, die viele Schützen von modernen glasbelegten Bögen gewohnt sind. Je nach verwendeter Holzart, Bauweise und Dimensionierung können Unterschiede bei der Wurfleistung, beim Schussverhalten und bei der Handhabung auftreten. Dennoch haben solche Bögen gerade im traditionellen Bogenschießen ihren besonderen Reiz. Wer Wert auf eine ursprüngliche Bauweise legt und bereit ist, gewisse Kompromisse einzugehen, kann mit einem individuell gefertigten Selfbow eine passende Lösung für einen außergewöhnlich langen Auszug finden.
Warum besonders lange Langbögen selten angeboten werden

Dass Langbögen mit 74 Zoll oder mehr nur selten im regulären Sortiment zu finden sind, liegt nicht daran, dass ihre Herstellung grundsätzlich unmöglich wäre. Vielmehr ist die Nachfrage nach solchen Spezialanfertigungen vergleichsweise gering. Die meisten Bogenschützen kommen mit den üblichen Bogenlängen gut zurecht, sodass für Hersteller nur ein kleiner Kundenkreis bleibt, der tatsächlich einen Bogen für 34 oder 35 Zoll Auszug benötigt. Gleichzeitig ist die Entwicklung eines solchen Modells mit erheblichem Aufwand verbunden. Es müssen passende Bauformen hergestellt, die Proportionen neu berechnet und unterschiedliche Konstruktionen erprobt werden, bis ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht wird. Für einen Bogenbauer stellt sich deshalb die Frage, ob sich diese Investition angesichts der geringen Stückzahlen wirtschaftlich lohnt.

Stegmeyer hielt es zum Zeitpunkt des Interviews durchaus für möglich, einen besonders langen Langbogen auch im mittleren Preissegment um etwa 500 Euro herzustellen. Die eigentliche Schwierigkeit sah er jedoch darin, die Entwicklungskosten auf eine ausreichend große Zahl verkaufter Bögen verteilen zu können. Für wenige potenzielle Kunden ein vollständig neues Modell zu entwickeln, erschien ihm wirtschaftlich wenig attraktiv. Mit einem Augenzwinkern meinte er damals, dass sich dies vielleicht ändern könnte, wenn die Menschen in Zukunft noch größer würden. Die scherzhafte Bemerkung bringt ein grundlegendes Problem auf den Punkt: Solange der Markt für außergewöhnlich lange Auszüge klein bleibt, werden entsprechende Bögen vermutlich vor allem als Spezialanfertigungen oder bei wenigen darauf spezialisierten Herstellern zu finden sein.

Welche Möglichkeiten haben Bogenschützen mit 33 bis 35 Zoll Auszug?
Wer einen Auszug von bis zu 32 Zoll besitzt, hat nach Stegmeyers Erfahrungen noch vergleichsweise gute Chancen, bei spezialisierten traditionellen Bogenbauern ein geeignetes Modell zu finden. Schwieriger wird die Suche bei 33 Zoll und darüber. Hier empfiehlt es sich, gezielt nach Herstellern zu suchen, die besonders lange Langbögen mit mehr als 72 Zoll anbieten oder individuelle Anfertigungen ermöglichen. Wichtig ist dabei, nicht allein nach der maximal möglichen Bogenlänge zu fragen, sondern ausdrücklich anzugeben, für welchen Auszug der Bogen vorgesehen ist. Ein Bogen mit 74 Zoll Länge ist schließlich nicht automatisch für jeden beliebig langen Auszug geeignet. Erst die Abstimmung zwischen Konstruktion und tatsächlicher Auszugslänge entscheidet darüber, ob er sich angenehm und sicher schießen lässt.

Sollte kein passender Langbogen erhältlich sein, empfiehlt Stegmeyer, möglichst lange Hybridbögen oder Recurves näher zu betrachten. Besonders interessant können Modelle sein, bei denen das Auszugsdiagramm zeigt, dass ein deutliches Stacking erst jenseits der benötigten Auszugslänge einsetzt. Wer beispielsweise 33 Zoll zieht, könnte mit einem geeigneten Hybridbogen zurechtkommen, dessen Zugkraftkurve auch bei 34 Zoll noch einen günstigen Verlauf zeigt. Voraussetzung bleibt selbstverständlich, dass der Bogen vom Hersteller für diesen Auszug freigegeben ist. Für Schützen, die mit der Optik eines modernen Recurves leben können, lohnt sich zudem ein Blick auf lange Modelle aus dem olympischen Bereich. Wer dagegen unbedingt beim klassischen Langbogen bleiben möchte, muss unter Umständen länger suchen oder eine individuelle Anfertigung in Betracht ziehen.

Fazit: Die richtige Konstruktion ist wichtiger als die reine Bogenlänge
Die Erfahrungen von Achim Stegmeyer zeigen, dass außergewöhnlich lange Auszüge im traditionellen Bogenschießen zwar eine Herausforderung darstellen, aber keineswegs ein unlösbares Problem sind. Entscheidend ist, einen Bogen zu finden, dessen gesamte Konstruktion auf den tatsächlichen Auszug abgestimmt wurde. Ein ausreichend langer Langbogen kann dabei ebenso gut funktionieren wie ein geeigneter Hybrid oder Recurve. Allerdings reicht es nicht aus, einfach nur die Wurfarme zu verlängern oder moderne Materialien einzusetzen. Erst das richtige Zusammenspiel von Bogenlänge, Griffstück, Wurfarmgeometrie und Material ermöglicht ein harmonisches Auszugsverhalten und eine gute Schussleistung.

Für groß gewachsene Bogenschützen bedeutet das vor allem, bei der Auswahl ihres Bogens besonders sorgfältig vorzugehen. Die tatsächliche Auszugslänge sollte bekannt sein, und bei Auszügen jenseits von 32 Zoll lohnt sich die Beratung durch einen erfahrenen Bogenbauer. Ein Auszugsdiagramm kann zusätzlich helfen, das Verhalten eines Bogens besser einzuschätzen und einsetzendes Stacking zu erkennen. Wer keinen passenden Langbogen findet, sollte auch Hybridbögen, lange Recurves oder individuell gefertigte Selfbows in Betracht ziehen. Letztlich zählt nicht, ob ein Bogen möglichst lang ist, sondern ob er sich über den gesamten benötigten Auszug kontrolliert, angenehm und innerhalb seiner konstruktiven Grenzen schießen lässt.

Achim Stegmeyer gehörte über Jahrzehnte zu den renommierten traditionellen Langbogenbauern im deutschsprachigen Raum und beschäftigte sich mehr als 25 Jahre hauptberuflich mit dem Bogenbau. Heute ist er nicht mehr als Bogenbauer tätig. Dieser Fachbericht basiert auf einem früheren Interview des Magazins 3-D Bogensport mit Achim Stegmeyer. Seine damaligen Aussagen wurden für diesen Beitrag redaktionell zusammengefasst und thematisch aufbereitet.