Sch... Wetter - Was tun, wenn`s mal wieder regnet?

Regen ist eines der größten Probleme, mit denen Bogenschützen konfrontiert sein können. Wie wirkt sich das auf das Schießen und die Leistung aus und wird die Ausrüstung beschädigt? Kann man also bei Regen auch vernünftig schießen? Achtet man auf bestimmte Dinge und ist auf Regen vorbereitet, sollte es kein Problem sein. Notwendig ist aber auch, dass man das schon mal geübt hat. Wer unvorbereitet an so einem Wettkampf teilnimmt, wird unter Umständen seine blauen Wunder erleben.

Auswirkungen auf den Bogen
Regen und Feuchtigkeit haben wenig Einfluss auf moderne Bögen. Sie werden dadurch in der Regel nicht in Mitleidenschaft gezogen, da sie lackiert sind. Ist der Lack beschädigt, ist er beispielsweise an den Tipps abgesprungen oder hat er Risse bekommen, kann das mit der Zeit aber doch zu Beschädigungen führen. Das aber eher langfristig als durch einen kurzen Regenschauer. Bögen, die nicht lackiert sind, können dagegen einige Probleme haben. Man sollte trotzdem den Bogen nach einem Regen abwischen und vor allem trocken lagern. Damit ist sichergestellt, dass keine Feuchtigkeit, auch in kleinen Mengen in den Bogen eindringt.

Die Sehne besteht aus Kunststoff und ist daher auch wasserdicht. Sie kann ohne Weiteres nass werden. Außer dass sie beim Schießen etwas schwerer wird, braucht man sich hier keine Sorgen zu machen.

Auswirkungen auf die Pfeile
Hier muss man zwischen Holz- und Carbonpfeilen sowie zwischen Natur- und Plastikfedern unterscheiden.

Holzpfeile werden, auch wenn sie lackiert sind, mit der Zeit nass und damit weicher. Sie sollten nach einem Einsatz im Regen unbedingt trocken gelagert werden; am besten eine längere Zeit. Bei Carbonpfeilen hat man diesbezüglich keine Probleme. Werden Pfeile nass, werden sie etwas schwerer. Also sollte man sie vor dem Schießen abwischen.

Schießt man Plastik-Vanes, hat man im Regen wie gesagt keine Probleme. Das Hauptproblem sind hier die Naturfedern. Nasse Federn stellen sich nicht mehr auf und legen sich an den Schaft an. Das hat gravierende Auswirkungen auf den Pfeilflug. Dadurch stabilisieren die Pfeile schlechter. Tests, die wir für die letzte Ausgabe (3/2022) gemacht haben, haben gezeigt, dass vor allem Holzpfeile mit nassen Naturfedern große Abweichungen nach rechts unten haben. Sogar mit einer Schussmaschine gab es auf 20 Meter eine Abweichung von 5 Zentimeter nach rechts und nach unten. Schießt man mit den Fingern ist die Abweichung wesentlich größer.

Auswirkungen auf die Leistung
Regen kann auch die Leistung beeinträchtigen. Schießt man mit Brillen, können Regentropfen darauf stören. Eine eingeschränkte Sicht, egal ob mit oder ohne Brillen, wirkt sich auf größere Entfernungen stärker aus, aber selbst auf kurze.

Dazu kommt, dass es bei Regen in der Regel kälter ist. Damit fühlt man sich auch nicht so wohl wie bei normalen Temperaturen. Zum anderen ist man dicker eingepackt. Eine regenfeste Jacke mit dicken Ärmeln kann stören. Auch kann einem das ständige Wegrutschen beim Gehen und am Pflock nerven.

Zu beachten ist auch, dass der Bogengriff rutschig werden kann. Vor allem wenn man den Griff nicht mit Leder oder einem sonstigen rutschfesten Material umwickelt hat, kann es das Schießen beeinträchtigen. Da ist der ständige Ärger darüber noch gar nicht mit eingerechnet.

Verhalten beim Schießen
Zum einen sollte man den Bogen regelmäßig, vor allem im Griffbereich, abwischen. Wer mit Handschuhen schießt, sollte einen zweiten dabeihaben, der eingeschossen, also wie der erste, angepasst ist. Um den Bogen gut halten zu können, wären ganz dünne Handschuhe mit einer Gummierung in der Handfläche, wie sie zum Nordic Walking verwendet werden, unter Umständen hilfreich.

Darüber hinaus sollte man die Sehne vor jedem Schuss zwei- bis dreimal zupfen, um Wassertropfen zu entfernen.

Ein Regenschirm sieht zwar nicht traditionell so richtig nach Robin Hood aus, ist aber der beste Regenschutz. Beim Gehen schützt er einen selbst und vor allem auch die Naturfedern. Und beim Scoren kann man ihn über die Pfeile in der Scheibe halten. Damit werden sie nicht so schnell nass.

Bei Regen sollte man mit möglichst vielen Pfeilen unterwegs sein, wenn man Naturfedern verwendet. Im Köcher stecken die Pfeile, mit denen man gerade schießt, ungeschützt vor dem Regen. Alle anderen werden mit einer Plastiktüte, am besten mit Zipp-Verschluss, vor Nässe geschützt. Sind die Federn zu nass, nimmt man neue aus der Tüte. Die Nassen sollte man aber nicht wieder in der Tüte verstauen, da sie sonst die Trockenen nass machen.

Regenfeste Ausrüstung
„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung„ ist ein Spruch, der auch beim Bogenschießen gilt. Bei Welt- und Europameisterschaften der IFAA wurden schon Teilnehmer aus nichtalpinen Ländern mit leichten Turnschuhen und übergezogenen Müllsäcken als Jackenersatz gesehen.

Dabei ist aber zu beachten, dass nicht jede regenfeste Jacke auch zum Bogenschießen gut ist. Man muss also einen Kompromiss zwischen eng, aber kalt und weit, aber warm eingehen. Eine Jacke mittlerer Dicke ist daher zu empfehlen. Um das Anschlagen am Arm zu verhindern, empfiehlt sich ein Strumpf aus dem Sanitätsbereich, den man über den ganzen Arm ziehen kann.

Gutes Schuhwerk ist natürlich auch sehr wichtig. Wer einen Tag lang in nassen Schuhen herumläuft, wird sich nicht wohl fühlen. Goretex ist daher angesagt. Zusätzlich kann man noch Gamaschen tragen, die das Eindringen von Wasser in die Schuhe und das Nasswerden der Hose verhindern.

Und zu guter Letzt braucht man eine Kopfbedeckung. Am besten eignet sich ein Schlapphut. Bei dem kann man mit der Sehne nicht anschlagen. Aber wenn es schön macht ...

Die wichtigste Ausrüstung

Kopfbedeckung
Ein Schlapphut ist das Beste bei Regen und auch bei Sonnenschein. Dabei stößt die Sehne nicht an einer harten Krempe an.
Brillenträger haben damit den Vorteil, dass keine Tropfen auf der Brille die Sicht behindern.
Regenjacke
Die Jacke sollte so eng wie möglich, aber auch so bequem wie möglich sein. Vor allem die Ärmel dürfen nicht zu dick sein. Und sie muss wasserdicht sein.
Bei wärmerem Wetter ist eine Jacke aus dem Radsportbereich zu empfehlen. Wenn es etwas kühler ist, ist sicher eine hochwertige Jacke aus dem Outdoor-Bereich zu empfehlen.
Ärmelschutz
Damit die Sehne nicht an der Jacke – vor allem am Oberarm – anschlagen kann, empfiehlt sich ein Ärmelschutz. Dazu eignet sich ein Schlauchverband aus dem Sanitätsbereich. Diesen bekommt man schon um wenig Geld. Nach Gebrauch kann er entsorgt werden.
Wer es eleganter will, kann auch Ärmelschutz aus dem Radsport nehmen.

Schutz für Pfeile
Am besten eignet sich dafür ein Plastikbeutel mit Zippverschluss. Die Pfeile, mit denen man gerade schießt, sind heraußen, die unbenutzten im Beutel.
Nasse Pfeile werden nicht wieder in den Beutel gesteckt, da sonst auch die trockenen nass werden.
Regenschirm
Auch wenn es nicht sehr traditionell aussieht, ist ein Regenschirm doch der beste Schutz. Man schützt dabei sich, wie auch die Pfeile im Köcher und beim Scoren in der Scheibe.
Der Schirm muss sturmfest sein. An besten eignet sich ein stabiler Knirps. Hat man eine Halterung am Köcher, hat man ihn immer dabei und er stört nicht.

Sitzrucksack
Vor allem bei Turnieren, die länger dauern, ist ein Rucksack und hier ein Sitzrucksack zu empfehlen.
Darin kann man viel verstauen und es bleibt auch trocken.
Hose
Eine Outdoor-Hose ist immer die beste Variante. Man kann hier in den Seitentaschen viele Nützliches unterbringen.

Gamaschen
Ist es sehr nass, muss man beispielsweise oft durchs hohe, nasse Gras gehen, dann sind Gamaschen ideal. Dabei werden weder die Hose noch die Schuhe nass.
Auch Dreck und Matsch sind damit weniger ein Problem.
Schuhwerk
Festes Schuhwerk ist natürlich wichtig. Und am besten sind Bergschuhe. Auf Goretex oder ein ähnlichens Material sollte man nicht verzichten. Auch sollte das Sohlenprofil relativ grob sein.
Damit ist man vor Nässe geschützt und hat auch in steilerem Gelände genug Halt.

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