Wie genau ist genau?

Worum geht es in diesem Artikel?

In diesem Artikel geht es darum, wie genau die Schuss- und Zieltechnik eigentlich sein muss.

  • Schusstechnische Abweichungen: Was diese Abweichungen im Trefferbild bewirken.
  • Zieltechnische Abweichungen: Wie genau man zielen muss, um Abweichungen zu vermeiden.

Schlechte Treffer können unterschiedliche Gründe haben. Zum einen ist es sicher das Können des Schützen. Wer zu wenig Übung oder auch zu wenig Talent hat, wird sicher nicht allzu gut treffen. Oft sind es aber Kleinigkeiten, die gute Treffer verhindern. Ein Grund kann der falsche Abschusswinkel sein.

Wie genau muss die Schuss- und Zieltechnik sein?

Nach meiner Definition von Zielen muss ein Pfeil vor dem Abschuss in Richtung und Höhe auf das Ziel ausgerichtet sein. Ist er das nicht, wird er das Ziel nicht treffen. Dabei kann der Fehler sowohl bei der Zieltechnik, als auch bei der Schusstechnik liegen.

Ein schusstechnischer Fehler ändert auch den Abschusswinkel, allerdings nicht an der Spitze des Pfeils, sondern meistens am hinteren Ende. Das kann zum einen in vertikaler Richtung geschehen, wenn nämlich der Ankerpunkt im Gesicht sich bei jedem Schuss nach oben oder unten verändert. Die Abweichung kann aber auch zur Seite geschehen, wenn durch den Anker die Sehne einmal näher vor dem Auge, einmal weiter weg ist. Auch ein schlechtes Release, zur Seite, hat den gleichen Effekt.

Ein zieltechnischer Fehler liegt vor, wenn der Winkel aufgrund einer Fehleinschätzung der Entfernung nicht richtig gewählt wurde. Bei solchen Fehlern ist vor allem die Abweichung an der Pfeilspitze gemeint. Der Abschusswinkel stimmt nicht.

Schusstechnische Abweichung:
Der Abschusswinkel wird am Pfeilende nach oben und unten oder zur Seite verändert.
Zieltechnische Abweichung:
Der Abschusswinkel ist an der Pfeilspitze verändert.
Schusstechnische Abweichung:
Der Abschusswinkel ändert sich durch die unterschiedliche Höhenposition der Hand im Gesicht.
Schusstechnische Abweichung:
Der Abschusswinkel zur Seite ändert sich, wenn die Sehne einmal vor und einmal neben dem Auge steht.
Beispiel für eine schusstechnische Abweichung:
Bei einer Pfeillänge von 70 cm (27,5 Zoll) und einem Schuss auf 50 m ergibt eine Abweichung am hinteren Ende des Pfeils von 1 cm am Ziel eine Differenz von­ rund 70 cm.
Beispiel für schuss- und zieltechnische Abweichungen:
Bei der Annahme, dass der Pfeil 70 cm lang ist, ergeben sich bezüglich Richtung und der Höhe am Ziel teilweise gewaltige Abweichungen. Dabei sind andere Fehler noch gar nicht berücksichtigt.

Ankerpunkt und Point of Aim

Unter Point of Aim versteht man das Zielen mit der Pfeilspitze. Der Ankerpunkt sollte immer gleich sein. Hat man diesen einmal gefunden, bleibt auch der Nullpunkt, also die Entfernung, mit der man mit der Spitze direkt ins Ziel geht, gleich. Ist man hier ungenau, hat das natürlich Auswirkungen auf die Zieltechnik. Je höher der Ankerpunkt, desto kürzer ist der Nullpunkt. Je tiefer der Ankerpunkt, desto weiter rückt er in die Ferne. Da sich aber die Spitze bei einem höheren oder niedrigeren Ankerpunkt nicht groß bewegt, merkt man das unter Umständen gar nicht.

Unterschiedliche Ankerpunkte:
Ist der Ankerpunkt höher, wie in Bild 2, treffen die Pfeile tiefer.

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