Olympisches Bogenschießen

Artikel von Thomas Meine

Wenn wir in diesen Tagen an diese Spiele denken, dann wohl meist an das traurige Attentat, das sich ebenfalls zum fünfzigsten Male jährt. Es waren aber auch diese Olympischen Spiele, bei denen der Bogensport nach langer Abwesenheit wieder die olympische Bühne betreten hatte. Das Gründungsjahr manches Bogensportvereins ist deshalb auch nicht zufällig um diese Zeit herum.


Was die Sportart selbst betrifft, so war deren olympische Geschichte höchst wechselhaft und ungewöhnlich. Ständig geändertes Regelwerk, Unlust oder Unfähigkeit zur Ausrichtung, wechselnde Ziele und manch ungewöhnliche Wettbewerbsformen, bis hin zum Schießen auf lebende Tiere, haben die Dinge nicht einfacher gemacht, zumal anfangs immer auch noch nach den Regeln des Gastgeberlandes geschossen wurde.

Natürlich ist Bogenschießen keine Sportart, die es dem Zuschauer einfach macht, die Dinge zu verfolgen, trotz stets verbesserter Technik und vieler neuen Ideen, anders als bei einem 100-Meter Lauf oder einem Fußballspiel, worunter auch die Spannung leidet. Doch die Bogenschützen brauchen sich nicht zu verstecken. Geht man zurück auf die ersten Spiele in der Antike im Jahre 776 v. Chr., so fing alles mit einem Bogenschuss an – die allererste olympische Aktivität überhaupt; und was dann später noch alles an Wettbewerben mit Sportgeräten hinzukam – Bogenschießen war da schon Zehntausende von Jahren alt.

Da erinnern wir uns gerne an die Spiele in Barcelona im Jahr 1992, als diese Tradition bei der Eröffnungsfeier wiederbelebt und das olympische Feuer auf dem letzten Teilstück mit einem überlangen und schweren, brennenden Pfeil aus einem normalen Recurvebogen ohne Visiereinrichtung entzündet wurde. Mancher Bogenschütze, besonders diejenigen, der schon mit normalen Pfeilen auf vergleichsweise kurze Entfernung zu kämpfen hat, möge da die Luft angehalten haben. Aber das war wohl nicht nötig, als der Pfeil in den Nachthimmel davonflog und in der Dunkelheit verschwand. Irgendjemand hatte im rechten Moment den Knopf gedrückt, um das Gas über der Schale zu entzünden, und unkontrolliert konnte man da ja auch nicht den Hahn aufdrehen. Dennoch, eine Leistung war es schon, damit der Pfeil nicht unter der Schale durchfliegt, mit einer wundersamen Zündung oben drüber.

Die Thompson-Brüder:
Die Thompson-Brüder: William (Will) und Maurice Thompson in ihren frühen Jahren

Gehen wir erst einmal zurück zum Beginn der Olympischen Spiele der Neuzeit, die von Pierre de Coubertain im Jahre 1896 ins Leben gerufen wurden. Sie fanden in Athen statt, im Ursprungsland der antiken Spiele. Bogenschießen war aber nicht dabei, noch nicht einmal als Einlage bei der Eröffnung. In Ermangelung von einheitlichem Regelwerk und angesichts sonstiger organisatorischer Mammutaufgaben, war das noch etwas früh. Das Motto von damals „citius, altius, fortius’ (schneller, höher, stärker; im deutschen Sprachgebrauch auch schneller, höher, weiter) ist bis heute geblieben. Schließlich auch noch zwei verwässerte Formen mit denen sich alle bis runter zu den Kreismeisterschaften identifizieren können: „Dabei sein ist alles„ oder „Teilnehmen ist wichtiger als gewinnen„.

Im Jahre 1900, vier Jahre danach, fanden die Spiele in Paris statt (wie auch 1924 und bald wieder im Jahre 2024), dem Heimatland von de Coubertain, der Griechenland bei der Ausrichtung der ersten neuen Spiele den Vortritt lassen wollte. Und Bogenschießen war jetzt dabei. 162 Tage brauchte man, um alle 28 Disziplinen abzuarbeiten, die parallel zur Weltausstellung stattfanden. Kein Wunder, schon allein beim Bogenschießen gab es 6 verschiedene Wettbewerbe. Noch war das Internationale Olympische Komitee nicht verantwortlich, sondern die nationalen Ausrichter mit anderorts unbekannten und oft seltsamen Variationen des Sports.

Bei den frühen Olympischen Spielen der Neuzeit hatte man dazu noch eine ganze Reihe von Problemen, auch wegen manch seltsamer Praktiken im Bogensport, was auch den Zuschauern und Pierre de Coubertain immer wieder negativ aufgestoßen war. Hatte man bei den antiken Spielen auf lebende Schweine geschossen, wurden diese in Paris im Jahre 1900 durch lebende Tauben ersetzt. Die Sieger in zwei Wettbewerben hatten zusammen 21 Tauben erlegt.

Dann standen u.a. zwei Disziplinen mit Zielen auf Stangen in 28 Metern Höhe auf dem Programm, die ziemlich senkrecht anzugehen waren.

Auch 1904 (St. Louis) war Bogenschießen dabei – und erstmals auch Frauen. Je zwei Disziplinen gab es für Männer und die Frauen bei diesem Wettbewerb. Ausschließlich US-Amerikaner waren angetreten. Das lag wieder einmal an nationalen, sonst unbekannten Regeln und schließlich auch an den Reisekosten. Bei den sechs Teilnehmerinnen handelte es sich ausschließlich um Ehefrauen männlicher Teilnehmer.

George Phillip Bryant, der erstmals an einem Bogenturnier teilnahm, gewann beide Männerdisziplinen und Matilda Scott Howell beide Frauendisziplinen. Letztere hatte gar ihren Vater mitgebracht. Dieser wurde in seiner Disziplin Siebzehnter, aber das war nicht das Besondere: Er war mit 71 Jahren der älteste Bogensportler aller Zeiten, der an olympischen Spielen teilgenommen hatte.

Die Engländer waren ein wenig traurig, nicht dabei gewesen zu sein. 15 Stunden Dauerregen vor dem Wettbewerb, der Rasen durchweicht, und die Schützen mussten knöcheltief durch den Schlamm auf dem Weg von den Scheiben und zurück waten. Das wäre britisches Wetter gewesen!

Die Spiele von 1904 waren wieder um eine Weltausstellung herum organisiert. Was Historikern und normal denkenden Menschen heute die Haare zu Berge stehen lässt, waren die „Anthropologischen Tage„, ein schauerlicher „menschlicher Zoo„ wie Kritiker es formulierten, wo Eingeborene aus vielen Teilen der Welt in nachgemachter, heimischer Umgebung zur Schau gestellt wurden und manche von ihnen ihren Umgang mit Pfeil und Bogen vorführten.

Trotzdem müssen wir doch noch eine Weile bei den Spielen in St. Louis bleiben. Ich hatte das Vergnügen das Buch „The Witchery of Archery„ (deutscher Titel „Der Zauber des Bogenschießens„), zu übersetzen. Dieses Werk war unbestritten der Auslöser für das weltweite Wiederauferstehen des Bogenschießens, sieht einmal von irgendwelchen lokalen Traditionen, wie etwa in England ab. Aus einer Not nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg geboren, bekam das Bogenschießen hier die bis heute andauernde Initialzündung. Das Buch ist nicht leicht zu lesen, da angesichts der historischen Bedeutung die komplizierte Syntax beibehalten wurde, zum anderen ist es inhaltlich nicht nach jedermanns Geschmack, wenn hier mehr aus reinem Vergnügen die Tiere einfach nur „abgeballert„ werden. Es wird deshalb auch oft nicht als das verstanden, was es ist – die „Mutter des modernen Bogenschießens„ und entscheidender Impulsgeber für die Wiederauferstehung dieses Sports, und jeder kann sich darin wiederfinden – oder nicht.

Der Autor Maurice Thompson hatte dieses Buch 1879 verfasst. Zusammen mit seinem Bruder William (Will) Thompson hatte er auf der konföderierten Seite im Amerikanischen Bürgerkrieg gekämpft. Beide blieben dem Bogensport treu. Hauptsächlich wegen dieses Buches wurde Maurice Thompson der erste Präsident der National Archery Association in den USA. Sein Bruder war Mitbegründer – und genau diesen finden wir bei den Olympischen Spielen in St. Lous wieder. In beiden Männerdisziplinen gewann er die Bronzemedaille.

Bogenschütze im olympischen Wettbewerb 1900 mit Zielen ‚sur la perche‘ (auf der Stange). Henri Héroin, Frankreich, Goldmedaille 1900, ‚Au Codon Doré (an der goldenen Schnur). Neben den bogensportlichen Regeln sind bei dieser Disziplin auch die Leitlinien für Ehre, Anstand und ordentlicher Kleidung wichtig. William Thompson, Mitbegründer der National Archery Associsation USA, zweifacher Bronzemedaillengewinner 1904, Bruder des berühmten Autors Maurice Thompson, dessen Buch die Grundlage für den modernen Bogensport war.

Aber nun weiter: Es kam zunächst zu einem riesigen Chaos, was die Olympischen Spiele anbetraf, was dann zu „Olympischen Zwischenspielen„ im Jahre 1906 in Athen führte, die aber nie anerkannt wurden. Sie waren das Resultat eines Dauerstreits über den Austragungsort und dem Anspruch Athens als „Daueraustragungsort„.

1908 war man dann wieder im regulären Vierjahresturnus bei den Spielen in London – mit Bogenschießen, und wieder durften die Frauen mitmachen. Eigentlich war Rom für diese Spiele ausgewählt worden. Erst hatte man sich vor Berlin gedrängt, das mangels Unterstützung dann den Antrag zurückgezogen hatte, doch die Wahl von Rom erwies sich als totaler Flop. Das nationale Organisationskomitee zeichnete sich durch völlige Untätigkeit aus und löste sich angesichts der unterschätzten organisatorischen Arbeit schließlich auf. Der schwere Ausbruch des Vesuv im Jahre 1906 (eigentlich bei Neapel, nicht bei Rom) kam da als Ausrede gerade recht. Fairerweise muss man sagen, dass es auch damit zusammenhängende Probleme hinsichtlich der Finanzierung gab, da Gelder in den notwendigen Wiederaufbau von Vororten in Neapel fließen mussten. Trotzdem, man mag sich gar nicht ausdenken, was bei lustlos organisierten Bogenschießwettbewerben alles hätte passieren können. Die Engländer jedenfalls sahen ihre Chance und eilige Geheimverhandlungen führten dann schnell zur Ausrichtung der Spiele in London. Und die Damen waren immer noch dabei.

Bei den Männern traten ein Schütze aus den USA, 10 aus Frankreich und 16 Briten an. Auch hier wurde auf gutes Benehmen geachtet. Männern, die an den Scheiben der Ladies standen, war es nicht z. B. nicht erlaubt, dort zu rauchen.

Bei diesem olympischen Turnier konnte man auch eine vernünftige Idee verfolgen, die heute wohl bei manchem Verein an Kosten und Platz scheitert: Die Scheiben standen auf beiden Seiten, und man musste zwischen den Passen nicht immer hin und her laufen und Pfeile zurückholen. Man ging, mit den Kampfrichtern im Schlepptau, immer von einer Seite auf die andere. Das Bogenschießen war übrigens die einzige für Frauen zugelassene Sportart. Da musste man nicht rennen und konnte im geeigneten Kleid erscheinen.

Bogenschießen, London 1908 Die britischen Damen waren beim olympischen Turnier 1908
unter sich.

Kommen wir zum Jahre 1912 (Stockholm). Alles wurde professioneller und war besser organisiert. Die Grundlagen für eine dem Ereignis angemessene Organisation wurden bei diesen Olympischen Spielen gelegt. Nach den teils chaotischen Zuständen in den Jahren zuvor lief alles reibungslos ab und Teilnehmer aus allen fünf Kontinenten waren dabei.

Aber schon ging es mit politischen Problemen los. Der Einmarsch der Athleten hinter manchen Landesschildern führte zu Protesten. Finnland gehörte noch zum russischen Großreich, Österreich moserte gegen die Böhmen, die noch bis 1918 Teil der österreichischen Monarchie waren. Als Kompromiss wurden die Schilder kleiner gemacht und die Flaggen weggelassen.

Dagegen wurde es an anderer Stelle attraktiver: Zum ersten Mal nahmen Frauen an den Schwimmwettbewerben teil, aber noch in knöchellangen Schwimmanzügen. Das Frauenschwimmen ist bis heute durchgehend im Programm geblieben – anders als das Bogenschießen. Und was war in Stockholm mit dem Bogenschießen? 1912 leider wieder aus den Wettbewerben herausgenommen.

Dafür gab es jetzt Tauziehen im Programm. Und überhaupt, das Ganze ging mächtig in die Breite: Es gab Medaillen für Städteplanung, Bildhauerei, Modellieren, Kunstmalen, Literatur und Poesie und Musik, unterteilt in allgemeine Musik, Gesang, instrumentale und orchestrale Komposition. Und wer hatte eine Goldmedaille im Bereich Literatur und Poesie mit dem Werk „Ode an den Sport„ eingeheimst? Die Poeten Georg Hohrod und Martin Eschbach, die man aber nie zu Gesicht bekommen hat. Wer? Nun, man kann sie auch nicht kennen, das waren Pseudonyme, hinter denen sich der Baron Pierre de Coubertin höchstpersönlich versteckt hatte. Ob er nur fair den anderen gegenüber behandelt werden wollte und ob wir da schon den ersten Skandal zu vermelden hatten, sei dahingestellt.

Also nix mit Bogenschießen im Jahr 1912. Und 1916? Auch kein Bogenschießen, aber auch keine Olympischen Spiele, die wegen des gerade stattfindenden Ersten Weltkriegs ganz ausgefallen waren.

Im Jahre 1920 (Antwerpen) gab es das Bogenschießen wieder, allerdings diesmal ohne weibliche Beteiligung. Eigentlich gab es diese Wettbewerbe gleich zweimal: Zum ersten und zum letzten Mal; danach ging für 52 Jahre das Licht für die Bogenschützen auf olympischer Ebene aus.

Nur noch drei Nationen hatten ihre Sportler geschickt. 14 Belgier und je 8 Franzosen und Niederländer. An zwei Wettbewerben im Bogenschießen nahmen lediglich sechs Schützen teil, alle aus Belgien. Dann gab es u a. noch Schüsse auf den laufenden Vogel (aus Holz) auf drei verschiedene Distanzen. Hier waren nur noch ganze zwei Teilnehmer dabei. Der Franzose holte Gold bei einer der Entfernungen, der Belgier Gold bei den beiden anderen.

Ich nutze gerne die lange Pause bis wir zu den Spielen in 1972 München kommen, um den erfolgreichsten olympischen Bogenschützen aller Zeiten vorzustellen: Hubert Van Innis. Er war der vorstehend erwähnte Belgier, der 1920, mit 54 Jahren, gegen seinen einzigen Konkurrenten zweimal Gold gewonnen hatte. Und als ihn dieser einzige Konkurrent in einer anderen Disziplin geschlagen hatte, konnte er noch eine Silbermedaille einheimsen. Hinzu kamen, mangels ausreichender Teilnahme anderer Nationen, zwei Siege mit dem Team der Belgier (nur belgische Teilnehmer) und eine Silbermedaille (eine weitere Nation beteiligt). Zusammen mit zweimal Gold und einmal Silber, zwanzig Jahre zuvor in Paris bei den Spielen des Jahres 1900 (beim Schießen auf lebende Tauben soll er nicht dabei gewesen sein), kommt er auf eine „Ausbeute„ von 6 x Gold und 3 x Silber. Man stelle sich vor, er hätte auch Zeit und Geld gehabt, nach St. Louis oder London zu reisen.

Egal, schließlich hatte man die Nase voll vom Bogensport. Immer wieder waren es die fehlenden internationalen Regeln, alles richtete sich nach den Standards des Gastlandes, die auf dieses begrenzt und nicht vernünftig allgemein übertragbar waren. So kann man natürlich nicht trainieren oder sich vorbereiten. Sport braucht international gültige Regeln und Vergleichbarkeit, sonst bleibt es regional begrenzt wie das Baumstammwerfen bei den schottischen Highland Games oder das Schweizer Peitschenknallen.

Mit Gründung der FITA (wie sie damals hieß) wurde bereits 1931 das Problem angegangen und die Grundlagen für eine olympische Zulassung unter vernünftigen Bedingungen gelegt. Es dauerte aber noch viele Jahre, bis das alles unter Dach und Fach war. Gründungsmitglieder waren Polen, Frankreich, Belgien, Schweden und die Tschechoslowakei, an die unser Dank gehen muss, nicht die Länder, die man heute auf der Liste hätte.

Jedoch, immer wieder gab es Rückschläge, weil das IOC sich ein ums andere Mal weigerte. Als man 1960 in Rom dann doch den Schritt zur Organisation eines olympischen Wettbewerbs vornahm, durfte Bogenschießen zumindest als Demonstrationsveranstaltung am Rande stattfinden, was die drängenden Bogenschützen ein wenig beruhigte.

Auch 1964 (Tokio) konnte kein Turnier veranstaltet werden. Das war auch kaum zu vermeiden, denn immer noch galten die nationalen Regeln, und wer sich mit japanischen Gewohnheiten und „traditionellen„ Praktiken im Bogenschießen auskennt, wird sich da nicht wundern.

Aber auch 1968 (Mexiko City) hat man das nicht hingekriegt. Doch Vernunft und der Einsatz der international immer stärker wachsende FITA hatten schließlich zum Erfolg geführt:

Neu im olympischen Programm:
Neu im olympischen Programm: Bogenwettbewerb in München 1972

Im Jahre 1972, auf bayrischem Rasen in München, war es wieder soweit, und Bogensport ist seither fester Bestandteil des olympischen Programms. An den Bogensport-Wettbewerben nahmen 95 Sportler (55m/44w) aus 27 Nationen teil. Nach der Vielzahl von Wettbewerben zuvor, wurde eine doppelte FITA-Runde (2 x 36 Pfeile) auf 90, 70, 50 und 30 Meter (Männer), und 70, 60, 50, 30 Meter (Frauen) geschossen. Insgesamt also 288 Pfeile. Danach wurde vernünftigerweise (anders als heute) abgerechnet.

Die damals gebrauchten, „unkaputtbaren„ Bögen findet man heute noch oft in der Bogenhütte. Sie werden gerne Anfängern, die sich für diese Art des Bogens entschieden haben, in die Hand gedrückt und man findet sie immer wieder im Gebrauch am jährlichen Tag der offenen Tür. Meist hat man es auch geschafft, das Visier mit Schrauben, Draht und Klebeband irgendwie am Mittelteil zu halten.

Ergebnisse von 1972
Medaillenspiegel Nationen

USA 2 x Gold
Polen 1 x Silber
Schweden 1 x Silber
Finnland 1 x Bronze
Sowjetunion 1 x Bronze
Einzel Männer
1. John Williams (USA)
2. Gunnar Jervill, (Schweden)
3. Kyösti Laasonen (Finnland)
Einzel Frauen
1. Doreen Wilber (USA)
2. Irena Szydłowska (Polen)
3. Emma Gaptschenko (Sowjetunion)

Aber irgendwie bleibt es doch kompliziert. Vernünftiges Bogenschießen, kombiniert mit internationalen Standards, scheint irgendwie nicht zu klappen. Was beim Skateboarding oder in der Half-Pipe geht, funktioniert wohl nicht bei einer Betätigung, die bis in die Steinzeit zurückgeht und in allen Teilen der Welt und durch die Geschichte hindurch ihre individuellen Formen gefunden hat. Vielleicht doch wieder die Regeln des Gastlandes? Immer wieder neue Überraschungen und Farben in den Spielen mit der ältesten Maschine der Welt? Vier Jahre Zeit zum Üben hat man ja.

Ob die nach der Platzierungsrunde (für mich ein faires Endergebnis) folgenden K. O.-Runden der Weisheit letzter Schluss sind, bleibt dahingestellt. Für den Zuschauer sind mehrere noch folgende K. O.-Runden und sofortiges Ausscheiden oder Weiterkommen natürlich interessant, auch wenn man nur ganz kurz vorbeischaut. Das sind alles kleine und aufregende Wettbewerbe für sich, die aber doch eher an eine Lotterie erinnern, wo oft ein einzelner Schuss entscheidet. Alles auf eine einzige, genormte Distanz, dafür aber Mixed-Wettbewerbe im Programm. Das Material spielt heute eine so dominierende Rolle, was sich viele gar nicht mehr leisten können (oder wollen).

Bei aller Anerkennung der großartigen Leistungen der Olympioniken, würde es vielleicht helfen, wieder zum eher traditionellen Bogenschießen mit verschieden stehenden Zielen zurückzukehren? Die schlechten Beispiele aus den frühen Anfängen der neuzeitlichen Spiele sind schon so lange her, dass wir das unter den Teppich kehren können.

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