Systemschießen und sehr nahe Entfernungen
Was ist Systemschießen?
Viele Schützen, Einsteiger wie Experten, zielen mit einem System. Die wenigsten haben es aber auch genau ausgeschossen, das heißt, sie haben keine schriftliche Tabelle angelegt.
Zur Erinnerung: Unter Systemschießen versteht man Zielvarianten, bei denen man mit einem Hilfsmittel visiert. Es gibt im Wesentlichen zwei Varianten mit einem System zu zielen. Man verwendet die Pfeilspitze oder das Bogenfenster zum Visieren. Die meisten verwenden erstere Variante, die man auch als Point of Aim bezeichnet.
Um mit Point of Aim aber gut zu treffen, sind mehrere Dinge Voraussetzung. Grundvoraussetzung ist eine saubere, immer gleichbleibende Schusstechnik. Dann muss man die Entfernung schätzen können und zum anderen muss man den Vorhaltepunkt, also jenen Abstand unter oder über dem eigentlichen Ziel, auf den man die Pfeilspitze hält, kennen.
Und genau hier wird es problematisch. Die Spitze steht beim Nullpunkt im aufgezogenen Zustand genau im Ziel (Bild 1). Schießt man nun auf nähere Entfernungen, wandert die Pfeilspitze nach unten. Aber ab einer Entfernung muss sie wieder nach oben gehen. Würde man das nicht tun, würde man sich ja bei null Meter in die Zehen schießen (Bild 2: schwarze Linie).
Diesen Umkehrpunkt sollte der reine Point of Aim-Schütze kennen. Bei den meisten Schützen, die nur ein ungefähres System verwenden, wird es aber bei nahen Entfernungen ein Problem. Man weiß nicht mehr, wie weit man nun tatsächlich drunter halten muss. Und häufig ist es genau dieser Umkehrpunkt, ab dem es schwierig wird.
Eine zweite Zieltechnik verwenden
Es zeigt sich, dass viele auf z.B. vier Meter dann gar nicht mehr mit der Pfeilspitze zielen. Sie zielen vielmehr instinktiv, das heißt, dass sie nur mehr auf den Punkt, den sie treffen wollen, schauen. Alles andere passiert automatisch. Der Arm geht wie von selbst in die richtige Position, also den richtigen Abschusswinkel. Und viele wissen das auch gar nicht, wie sie es nun machen.
Was spricht also dagegen, eine zweite Zieltechnik, in diesem Fall instinktives Zielen, für kurze Entfernungen zu verwenden.
Natürlich muss das auch erarbeitet und geübt werden. Als Erstes sollte man den Umkehrpunkt (Bild 2) feststellen. Das geht am einfachsten, in dem man auf kurze Entfernungen schießt und beobachtet, wo die Pfeilspitze steht. Als Nächstes beginnt man bei vier Meter und schaut nur den Punkt, den man treffen möchte, an. Die Pfeilspitze wird dabei nicht mehr verwendet. Man schießt so lange, bis man die Höhe einigermaßen halten kann. Dann erhält man die Entfernung um ein, zwei Meter. Auch hier schießt man so lange, bis die Höhentrefferlage passt. Und das macht man nun so lange, bis man zu einem Punkt kommt, ab dem man sich wieder mit der Pfeilspitze als Visier sicherer fühlt. Dabei stellen die meisten dann fest, dass es ungefähr in im Bereich des Umkehrpunktes liegt.
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