Wie pflege ich meinen Bogen?

Hat man seinen Bogen gefunden, will man natürlich, dass man lange damit Freude hat. Und die hat man nur, wenn das gute Stück auch in einem ordentlichen Zustand ist. Das funktioniert allerdings nur, wenn man den Bogen pflegt.

Hier soll es um Bögen gehen, die mit Glas und/oder Carbon belegt sind. Self- oder Primitivbögen brauchen jeweils eine individuelle Pflege. Moderne traditionelle Bögen sind dagegen wesentlich pflegeleichter. Was sind nun die wichtigsten Punkte, auf die man achten sollte; nein muss!

Hitze macht den Bogen weich
Laminierte Bögen sind mit modernen Klebern verarbeitet. Diese reagieren auf Hitze. Wird es zu warm, kann sich der Kleber lösen und der Bogen ist hin. Man darf deshalb im Sommer nie seinen Langbogen oder Recurve im Auto liegen lassen. Das ist der sichere Tod. Stellt man seinen Bogen in der prallen Sonne irgendwo ab, kann das Gleiche passieren. Und wenn man in Gegenden schießt, wo die Temperaturen jenseits der 40 Grad sind, muss man den Bogen zwischen den Schüssen im Schatten halten. Gibt es diesen nicht, bleibt nur mehr über, den Bogen in den Schatten des eigenen Körpers zu stellen.

Sollte es trotzdem passiert sein, dass man den Bogen im Auto vergessen hat, darf man ihn nicht sofort aufspannen. Er muss erst abkühlen, bevor man ihn schießen kann.

Beschädigungen
Jeder Bogen wird bei intensivem Gebrauch im Laufe der Zeit kleine Beschädigungen abbekommen. Durch kleine Risse im Lack oder kleine Dellen kann dann Feuchtigkeit eindringen. Im Extremfall löst sich dann der Bogen auf. Daher sollte man von Zeit zu Zeit sein geliebtes Stück neu lackieren lassen; entweder teilweise oder komplett.

Abspannen
Bei den modernen Bögen ist das Holz nur mehr Trägermaterial für Glas und Carbon. Und diese Materialien ermüden nicht so schnell. Deshalb kann man einen Bogen ruhig längere Zeit aufgespannt an der Wand hängen lassen. Dabei muss man aber aufpassen, ob sich die Sehne dehnt und sich damit die Standhöhe verändert.

Wer eine neue Sehne aufspannt, sollte den Bogen sowieso einige Zeit aufgespannt lassen, um eine Nachdehnung der Sehne zu gewährleisten.

Austrocknen
Mit der Zeit bekommt jeder Bogen kleine Risse im Lack. Lässt man den Bogen so über Jahre in einem sehr trockenen Raum, entweicht Feuchtigkeit durch diese Risse. Damit wird der Bogen stärker im Zuggewicht. Ein Bogen, der acht Jahre im trockenen Keller hing, hatte plötzlich 10 Pfund mehr Zuggewicht.

Lagerung
Hängt man den Bogen aufgespannt an die Wand, sollte er auf den Wurfarmen aufliegen. Seitlicher Druck auf die Wurfarme, speziell beim Recurve, sollte vermieden werden. Dadurch können sie sich verziehen. Lagert man den Bogen im abgespannten Zustand, trifft im Wesentlichen das Gleiche zu.

Den Bogen längere Zeit stehend zu lagern, ist auch nicht zu empfehlen. Vor allem die Tipps sollen geschont werden. Das kann man mit Gummischonern relativ einfach erreichen.

Sehne
Zum Bogen gehört auch die Sehne. Auch sie muss gepflegt werden. Sehnen fransen mit der Zeit auf. Dazu sollte man sie mit Sehnenwachs von Zeit zu Zeit einreiben.

Sehnen reißen werkstofftechnisch nicht, sondern sie brechen; auch wenn jeder Bogenschütze es als reißen bezeichnet. Schwachstellen sind vor allem die Bogentips und unter der Sehnenwicklung. Wenn man den Nockpunkt öfter zu stark aufklemmt, kann die Sehne an dieser Stelle beschädigt werden.

Auch wenn man noch keine offensichtlichen Beschädigungen sieht, sollte man die Sehne hin und wieder wechseln.

Transport
Für den Transport sind Hüllen für den Langbogen und für den Recurve eventuell sogar Taschen zu empfehlen. Sie schützen auch vor zu hohen Temperaturen – wenn man doch mal den Bogen zu lange im Auto lässt – und natürlich auch vor mechanischen Beschädigungen.

Trockenschüsse
Eine Todsünde sind absichtliche oder unabsichtliche Trockenschüsse. Je stärker ein Bogen, desto eher wird er zu Bruch gehen.

Kontrolle
Wer seinen Bogen liebt, kontrolliert auch regelmäßig, ob es irgendwo Beschädigungen gibt. Nur so kann man verhindern, dass man seine Überraschungen erlebt.

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