Bau eines Holzpfeils
Aussuchen geeigneter Schäfte
Kauft man Schäfte in einer bestimmten Bandbreite, werden sicher nicht alle auch passen. Es ist deshalb notwendig, zumindest die schlechtesten auszusortieren. Um festzustellen, welche Schäfte gerade sind, rollt man sie einfach über den Tisch. „Eiert“ einer sehr stark, kann man ihn aussortieren. Der Spine wird mit einem Spintester festgestellt. Mit einer Grain-Waage kann man das Gewicht feststellen. Ein Tipp: Versuchee immer Gruppen von 10 bis 12 in einem festgelegten Toleranzbereich (z.B. 2 Gramm) zu finden.
Spitzen- und Nockkonus
Am hinteren Ende wird eine Nocke aufgesetzt. Dazu braucht man einen Konus, der mit einem Spitzer angebracht wird. Der Winkel des Konus ist genormt. Jedes Tool sollte also passen.
Es können Spitzen mit einem Konus oder parallele verwendet werden. Für den Konus wird ebenfalls ein Spitzer verwendet. Üblicherweise sind Nock- und Spitzenkonus auf einem Tool vorhanden.
Werden parallele Spitzen verwendet, gibt es nun mehrere Möglichkeiten, den Schaft vorzubereiten.
Lackieren und Cresting
Der Schaft wird ev. gebeizt und lackiert. Dabei empfiehlt sich ein harter Lack. Wasserlöslicher Klarlack ist nicht ideal. Danach wird der Schaft mit Stahlwolle abgezogen.
Das hintere Ende des Schaftes kann mit einer Bemalung (Crown Tip) versehen werden. Das kann entweder mit einem Pinsel gemacht werden oder aber der Schaft wird getaucht.
Die Ringe (Cresing) werden mit einer eigenen Maschine oder einer langsam laufenden Bohrmaschine, in die der Pfeil eingespannt wird, versehen. Danach wird der Pfeil noch einmal mit Klarlack überzogen. Anschließend wird die Nocke angeklebt.
Nocke aufsetzen
Pfeile befiedern
Die Feder hat nur die Funktion, den Pfeil im Flug zu stabilisieren. Form, Farbe und Größe der Federn hängen von den Absichten des Schützen ab.
Man kann fertig gestanzte Federn im Handel erwerben oder sie selbst aus Federn mit voller Länge, die relativ billig sind, herstellen. Dazu eignen sich Federstanzen und Brenngeräte. Letztere haben den Vorteil, dass man damit seine eigene Federform kreieren kann. Eine Schere ist eher nicht zu empfehlen.
Befiederungsgeräte sind spezielle Werkzeuge, mit denen die Federn (Naturfedern oder Kunststoff-Vanes) exakt und gleichmäßig am Pfeilschaft angebracht werden. Eine präzise Befiederung ist entscheidend für die Stabilität, Rotation und Fluggenauigkeit des Pfeils. Moderne Befiederungsgeräte ermöglichen exakte Wiederholbarkeit, verschiedene Befiederungswinkel sowie die Anpassung an unterschiedliche Schaftdurchmesser.
Anbringen der Spitze
Als Letztes wird die Spitze aufgesetzt. Bei Klebepitzen, die also einen Kleber brauchen, wurden die besten Erfahrungen mit Heißkleber gemacht. Er ermöglicht es auch, dass abgebrochene Spitzen sehr einfach vom Holz befreit und wieder verwendet werden können.
Wichtig ist dabei, dass die Spitze gerade aufgesetzt wird. Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Eine besteht darin, dass nur die Spitze mit einem Gasbrenner oder einer Heißluftpistole erwärmt wird. Das hat den Vorteil, dass vor allem bei Spitzen mit paralleler Bohrung der Schaft leichter in die Spitze hineingedrückt werden kann. Es hat aber auch den Nachteil, dass sehr viel vom Kleber wieder herausgedrückt wird. Vor allem im Gelände ist es ratsam, nur den Kleber am Schaft zu erwärmen. Dadurch bleibt mehr Kleber in der Spitze. Sie hält damit sehr gut und der Kleber kühlt sehr schnell ab. Bei Spitzen mit paralleler Bohrung, bei der nur die Spitze erneuert wird, ist diese Methode wesentlich besser.
Für Schraubspitzen wird bei einigen Modellen überhaupt kein Kleber mehr benötigt. Mit einer speziellen Zange kann die Spitze direkt auf den Schaft aufgeschraubt werden. Alternativ ist ein spezielles Montage-Tool zu empfehlen.
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