Mittelteil von Take Down-Recurves
Bei Take Down-Recurves gibt es eine Unmenge von Anbietern und noch mehr verschiedene Modelle. Ein wesentlicher Punkt dabei ist, welches Aufnahmesystem für Wurfarme wird verwendet. Viele Hersteller haben ihr eigenes System. Das hat für diesen den Vorteil, dass der Kunde bei diesem System bleiben muss, will er die Wurfarme tauschen. Für den Schützen hat es aber den Nachteil, dass man keine große Auswahl hat. Auf der anderen Seite gibt es das sogenannte ILF-System (International Limb Fitting), das genormt ist. Hier hat man dann eine große Auswahl von Wurfarmen verschiedenster Hersteller.
Ein dreiteiliger Bogen hat den Vorteil, dass er zerlegt werden kann und damit auch der Transport leichter ist. Wichtiger ist aber die Funktion, die ein Mittelstück (englisch: Riser) hat. Logischerweise ist die wichtigste Aufgabe das stabile Halten der Wurfarme. Ein weiterer großer Vorteil abnehmbarer Wurfarme ist, dass man zwischen verschieden starken Wurfarmen wechseln kann. Damit kann man das Zuggewicht steigern, oder aber auch für verschiedene Einsatzzwecke ändern. Beispielsweise braucht man für die Halle, wo nur auf 18 Meter geschossen wird, keinen 50-Pfund-Bogen. Bei einem 3-D-Turnier, wo es bis 54 Meter gehen kann, ist ein stärkerer Bogen dagegen sinnvoll. Damit braucht man nur ein Mittelteil, aber keinen zweiten Bogen. Das spart Geld.
Was ist wichtiger: Das Mittelteil oder die Wurfarme?
Generell muss man sagen, dass die Wurfarme sicher wichtiger sind als das Mittelteil. Wurfarme werden durch das Schießen mehr beansprucht. Daher ist es sicher vernünftiger, mehr für die Wurfarme als für ein Mittelteil auszugeben. Das hält in der Regel ein Leben lang, selbst wenn es relativ günstig ist.
Die Frage ist, wie viel sollte man ausgeben. Das hängt zuerst einmal davon ab, was man will. Will man ein schönes, aus Holz gefertigtes Teil oder ist man Technik-Freak und steht auf Metall? Gehen wir einmal davon aus, dass wir nicht Anfängerbögen betrachten, sondern fortgeschrittenere Geräte für Schützen. Die billigsten Mittelstücke gibt es schon ab 30 Euro. Um diese soll es aber hier nicht gehen. Dabei muss man selbst abschätzen, wie viel man ausgeben möchte. Ein Mittelteil für 1.300 Euro ist unter Umständen genauso wenig sinnvoll, wie die eben erwähnten Billigteile.
Bleiben wir bei den teuersten. Sicher sind jetzt High Tech-Teile nicht jedermanns Geschmack; vor allem wollen traditionelle Schützen etwas Traditionelles in der Hand haben. Mittelstücke von Hoyt, Win & Win oder Uukha aus dieser Kategorie können da schon mit 800 bis 1.300 Euro zu Buche stehen. Die teuersten Mittelteile aus Holz sind auch bei rund 800 Euro angesiedelt. Als Beispiel sei hier das Condor von Spiderbows genannt.
Um die eingangs gestellte Frage nun zu beantworten, kann man Folgendes feststellen. Man wird den Unterschied bei verschiedenen Wurfarmen deutlich spüren, vor allem merkt man den Unterschied zwischen billigen und teuren deutlich. Diesen merkbaren Unterschied in der Leistung des Bogens hat man bei Mittelteilen verschiedener Preiskategorien nicht.
Was ist zu beachten?
Was sollte man nun beachten, wenn man sich ein neues Mittelstück anschaffen möchte. Schwingungen verursachen logischerweise eine Ungenauigkeit beim Schuss. Daher ist die Verwendung von Stabilisatoren und Dämpfern – sofern laut Wettkampfregeln erlaubt– um Schwingungen zu vermeiden, sinnvoll. Eine weitere Möglichkeit, Schwingungen zu reduzieren ist die Verwendung eines schwereren Mittelstücks. Da schwerere Gegenstände sich weniger schnell in Bewegung setzen, vibrieren sie auch weniger. Daher wird ein schwereres Griffstück weniger Schwingungen übertragen als ein leichteres. Dies bedeutet jedoch nicht, dass schwerer immer besser ist. Ein schwereres Griffstück erfordert auch mehr Muskelkraft, wodurch man schneller ermüdet. Daher sollte man abwägen und bewusst entscheiden, ob man ein leichteres oder schwereres Griffstück haben möchte.
Eine weitere Frage muss lauten: „Wie lange werde ich die Wurfarme verwenden?„ Obwohl viele Bogenschützen jahrelang mit demselben Griffstück schießen, werden die Wurfarme oft ausgetauscht. Der größte Grund dafür ist, das Zuggewicht des Bogens zu ändern. Wenn man vorhat, die Wurfarme relativ schnell zu wechseln, was vor allem bei Neueinsteigern der Fall ist, sollte man eine günstigere Option in Betracht ziehen.
Was bieten die Hersteller?
Die wichtigste Funktion des Risers ist die Befestigung der Wurfarme. Dabei gibt es verschiedene Aufnahmesysteme für die Wurfarme. Wie schon erwähnt, haben viele Hersteller ihre eigenen Systeme. Zudem sollte auch noch beachtet werden, welche Pfeilauflage man haben will und ob vorgesehen ist, einen Stabi zu verwenden. Bei einigen Verbänden muss bei einem traditionellen Recurve vom Shelf geschossen werden. Dazu braucht man weder eine Bohrung für einen Button oder Stabi.
Holzmittelteile
Bei Billigprodukten ist es eine einfache Führung und einfache Schraube, um die Wurfarme zu befestigen. Da diese Bögen in der Regel ein geringes Zuggewicht haben, dürfte das ausreichen. Meist wird hier für die Anfänger eine Pfeilauflage nur aufgeklebt.
Einige, vor allem kleinere Bogenbauer, bieten nur ihr eigenes System an. Auch wenn die Wurfarmaufnahme perfekt passt, ist man doch etwas eingeschränkt. Wem aber traditionelle Holzbögen gefallen, den sollte das nicht stören. Oft passen nämlich die Wurfarme nicht nur technisch gesehen, sondern auch optisch perfekt zum Griffstück. Bei hochpreisigen Mittelstücken kann man davon ausgehen, dass sie auch ein höheres Zuggewicht vertragen. Wohl einer der Klassiker ist dabei das Mittelstück von Bear Archery. Der legendäre Fred Bear hat 1969 den berühmten „Heal Horn Style„ entwickelt. Das ist allerdings etwas für echte Liebhaber. Das System kommt im Gegensatz zu allen anderen ohne Befestigungsschrauben aus.
Größere Hersteller haben erkannt, dass sie mit zwei Systemen besser fahren. Beispielsweise bieten Antur Archery und Spiderbows Bögen mit eigenem Aufnahmesystem an. Zusätzlich gibt es aber auch eine ILF-Variante, diese allerdings oft nur als einzelnes Mittelstück. Wurfarme müssen separat von anderen Herstellern dazugekauft werden.
Jackalope Archery bietet einige Modelle mit zwei Varianten an. Einmal mit eigenem System und einmal als ILF-Variante. Dabei sind aber kleine Abweichungen im Design bemerkbar. Das dürfte aufgrund der Konstruktion so sein.
Metall- und Carbonmittelteile
Für Schützen, die beispielsweise in der Klasse Bowhunter-Recurve antreten wollen, ist sicher ein High Tech-Bogen das Ideale. Auch wenn es nicht sehr traditionell aussieht, werden diese Bögen – sofern sie dem Reglement entsprechen – zu den traditionellen Klassen gezählt. Üblicherweise wird hier eine Pfeilauflage mit Button verwendet. Auch ist ein 12-Zoll-Stabi sinnvoll.
Die besten Mittelteile bieten vor allem die großen Hersteller Hoyt, Win & Win und Uukha an. Dabei kann man bei den meisten Herstellern zwischen Aluminium und Carbon wählen. Allerdings muss man hier ziemlich tief in die Tasche greifen. So 600 bis 1.300 Euro wird man da schon auf den Tisch legen müssen. Als Werkstoffe werden bei den hochpreisigen Mittelteilen neben Aluminium auch Carbon oder Alu-Carbon-Varianten verwendet. Eigentlich gibt es nur einen technischen Grund, warum Carbon verwendet wird: Gewichtsreduzierung. Laut den Herstellern soll es aber vor allem die verbesserte Schwingungsdämpfung sein, warum man Carbon verwendet. Allerdings sind solche Riser mit die teuersten am Markt.
Daneben gibt es eine Menge Hersteller, die im Mittelpreis- oder Tiefstpreissegment angesiedelt sind. Meistens werden die Mittelteile nicht einzeln, sondern nur als kompletter Bogen verkauft. Fast alle dieser Bögen kommen aus Asien, vornehmlich aus China. Viele Mittelteile haben sogar ein ILF-System. Die billigsten, allerdings ohne ILF, gibt es schon um rund 45 Euro. Kauft man sich einen kompletten Billigbogen, sollte man unter Umständen aufpassen, dass er ein ILF-System hat.
Das ILF-System
Ein solches System, auch bekannt als Grand Prix Fitting, hat sich als Standard für die Wurfarmaufnahmen etabliert. Im Gegensatz zu früher, als jeder Hersteller sein eigenes System hatte, haben heute fast alle Hersteller dieses System auch für traditionelle Recurves im Angebot. Dies ermöglicht damit eine große Auswahl an Kombinationen von Mittelstücken und Wurfarmen verschiedener Hersteller.
Am Mittelstück des Bogens befindet sich eine in der Höhe verstellbare Tillerschraube und die Pivottasche. Am Ende des Wurfarms befindet sich eine Führungsschraube und ein Langloch, das einen federgelagerten Knopf enthält und so eine passgenaue Aufnahme ermöglicht. Bei einigen Varianten kann der Wurfarm auch seitlich verstellt werden. Das ILF-System bietet eine einfache Möglichkeit, den Tiller (die Differenz des Abstandes zwischen oberem und unterem Wurfarm zur Sehne) zu verändern. Dies ist notwendig, um sicherzustellen, dass beide Wurfarme synchron arbeiten. Mit der Tillerschraube ist dies einfach möglich, allerdings nur in einem begrenzten Rahmen.
Hat man auch eine seitliche Einstellmöglichkeit, kann man die Wurfarme in mehreren Achsen einstellen und hat damit auch eine präzise Sehnenführung. Außerdem kann das Zuggewicht des Bogens durch die Verstellung der Tillerschraube und des Winkels der Wurfarme eingeschränkt verändert werden (z.B. 4 Pfund bei einem 40-Pfund-Bogen).
Der Griff
Der Griff ist ein wichtiger Teil des Risers, da man ihn ja die gesamte Zeit beim Schießen hier halten muss. Er sollte bequem sein und einen sicheren Halt bieten und der Handform gut angepasst sein. Um den Komfort zu verbessern, kann er aus verschiedenen Materialien wie Holz oder Kunststoff bestehen.
Längen von Mittelteilen
Mittelteile werden in unterschiedlichen Längen angeboten. Es gibt sie zwischen 16 und 25 Zoll. Manche Hersteller bieten für bestimmte Modelle nur eine Größe an, für andere Modelle gibt es verschiedene Längen.
Natürlich hängt das auch von der Gesamtlänge des Bogens ab. Die Bogenlänge ist ein wichtiger Faktor für präzises Schießen. Es wird eine Tendenz zu längeren Bögen beobachtet, insbesondere bei 3-D-Turnieren. Ein längerer Bogen bietet einen größeren Sehnenwinkel und verhindert das Klemmen des Pfeils. Obwohl ein langer Bogen anders arbeitet als ein kurzer, ist er nicht schneller. Viele haben nur das Gefühl, dass es so ist.
Für einen Auszug bis 29 Zoll wird eine Bogenlänge von 62 bis 64 Zoll empfohlen. Für einen Auszug von 31 bis 32 Zoll kann ein 68 Zoll langer Bogen verwendet werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein etwas längerer Bogen besser ist. Das hängt aber auch von den Vorlieben des Schützen ab.
Verhältnis Mittelteil zu Wurfarmen
Ein langes Mittelteil mit kurzen Wurfarmen arbeitet besser als ein kurzes Mittelteil mit langen Wurfarmen. Der Grund ist, dass lange Wurfarme stärker schwingen. Es ist wichtig, das richtige Verhältnis zwischen Mittelteil- und Wurfarmlänge an den jeweiligen Schützen anzupassen, inklusive des Verhältnisses von Auszug und Wurfarmlänge. Bei einem 22-Zoll-Mittelteil werden Wurfarme, die eine gesamte Bogenlänge von 66 Zoll ergeben, für die meisten Schützen ausreichend sein.
Die wichtigsten Hersteller
Holzmittelteile
Ragim ist vor allem für billige Bögen bekannt. Die Mittelteile bewegen sich zwischen 40 und 180 Euro.
Samick: Auch dieser Hersteller ist im Niedrigpreissegment angesiedelt. Preisspanne zwischen 60 und 130 Euro.
Spiderbows: Hersteller von edlen Mittelteilen mit eigenem und ILF-System. Preisspanne von 400 bis 820 Euro.
Jackalope: Bietet von niedrig- bis hochpreisig an. Im Niedrigpreissegment vor allem mit eigenem System, im Hochpreissegment mit ILF. Preisspanne zwischen 150 und 760 Euro.
Antur: Eigenes System und ILF-Mittelteile, die sich vor allem im Material unterscheiden. Bewegt sich im hohen mittleren Preissegment. Preisspanne zwischen 550 und 650 Euro.
Weitere Hersteller: Bodnik Bows, Kaiser, White Feather, Buck Trail, Bear Archery, Oak Ridge, Drake Archery, Wild Mountain
Metall- und Carbonmittelteile
Hoyt: Ist bekannt für hochwertige Bögen. Preisspanne von 370 bis 980 Euro.
Win & Win: Baut hochwertige Recurvebögen für die Weltelite. Preisspanne zwischen 560 und 950 Euro.
Uukha: Ist im Hochpreissegment angesiedelt. Preise über 1.100 Euro.
Weitere Hersteller: Drake Archery, Kinetic, Shocq, Core, Winners, Decut, Jackalope, Sovren, Gilo, Sanlida
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